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Nachrichten-und Maskenbildner

Nun ist es so, dass das Bild, welches sich der überwiegende Teil der Bevölkerung eines Landes über politische Gegebenheiten macht, überwiegend durch mediale Vermittlung erzeugt wird. Durch Schrift, Wort, Bild und Ton. Sei es in Printmedien, Fernsehen, Hörfunk und neuerdings besonders intensiv auch durch digitale Medienvermittlung.

Diejenigen, welche dort die Linie vorgeben, sind nicht allzu viele, Medienmacht ist konzentriert. Die Verflechtung zwischen Politik, Wirtschaft und Medien dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Politische Akteure, egal welcher Couleur, sind gehalten sich in diese Systematik einzufügen, sollten Sie nicht riskieren, ein Großteil ihrer Anhängerschaft zu verlieren.

Politik ist von Interessen geleitet, um diese Interessen durchzusetzen wird besonders in Zeiten von Wahlkämpfen medial nichts unversucht gelassen.

Nachrichten egal von wem oder durch wen können wahr oder falsch sein. Ein verfälschtes Bild der Realität entsteht ebenso durch Weglassen relevanter Fakten. Ständige Wiederholungen auch des Falschen erzeugen Schritt für Schritt vermeintliche Wahrheiten.

Bei solchen Gegebenheiten hat es der einzelne Bürger sehr schwer, durch eigene Recherche sich ein Bild zu verschaffen, welches zumindest ansatzweise dem Tatsächlichen näher gelangt. Es erfordert Zeit und Beharrlichkeit, kaum jemand hat die Lust oder die Möglichkeit dazu. Der dargestellte Sachverhalt ist keine neue Erkenntnis.

Neu ist allerdings die Vielfalt der Fakten und auch die Unverfrorenheit, mit welcher seit einigen Jahren agitiert wird.

Obama zum Beispiel.

Fast alles , was er sagte kam regelmäßig in moderatem Ton rüber. Unvergessen sind seine vielfältigen Reden über die Werte der westlichen Demokratie, welche durch die unverzichtbare USA angeführt werden würden. Mit der Sprache ist das so eine Sache. Auch wenn man nicht mehr Neger sagen darf, so bleibt es doch eine Tatsache, dass Tausende dieser Personen während der Amtszeit von Präsident Obama bei Polizeieinsätzen in den USA erschossen wurden. Ebenso bleibt es eine Tatsache dass während Obamas Amtszeit Millionen dieser Personengruppe in US Gefängnissen gelangten oder bereits saßen, häufig wegen Bagatellen zu lebenslanger Haft verurteilt.

– Die Anzahl der Nichtweißen in US Gefängnissen ist etwa siebenmal so hoch wie die der anderen Personengruppen. Zurzeit sitzt in den USA jeder 45. Bürger, d.h. 2,2 % der Bevölkerung entweder im Gefängnis (2,2 Millionen) oder aber haben eine Haftaussetzung zur Bewährung. Diese Zahlen sind relativ zur Bevölkerung die höchsten der Welt.

Über 3000 Personen warten zur Zeit als Todeskandidaten in den USA auf ihre Hinrichtung. (Hier ist das rassistische Missverhältnis laut Amnesty international noch größer als bei den Gefängnisinsassen) –

Man komme nicht und sage, das habe nichts mit den sozialen Gegebenheiten in den vereinigten Staaten zu tun. Es gibt kein Land der Erde, in dem Vermögen und Einkommen derartig ungleich verteilt sind wie in den USA.

Aber wir hören ja lieber auf Schönredner wie den Herrn Obama. Faktisch nichts, rein gar nichts von Bedeutung hat dieser Mann während seiner Amtszeit im Inland verändern können.

Syrien zum Beispiel.

Auf Telepolis (ein seriöses Medium des Heise Verlages) konnte man am 31.1.2017 in einem Interview mit dem schwedischen Journalisten und Konfliktforscher Jan Oberg lesen:

„Berichte, wonach die syrische Regierung, die Armee und die Russen nur unschuldige Zivilisten ermorden und dass der Präsident systematisch seine eigenen Leute tötet, wie es immer mit kaum oder gar keiner Überprüfung der Quellen behauptet wird, bilden nach meiner Wahrnehmung nicht die ganze Wahrheit ab. Oder schlimmer: Sie sind vorsätzlich erlogen und verteufelt. Was sie über die Befreiung Aleppo gehört haben, ist entweder verfälscht oder nur ein kleiner Teil einer viel größeren Wahrheit.“ Soweit Auszüge aus diesem Interview.

Oberg war einer der wenigen, welcher tatsächlich vor Ort war. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser noch an die Berichterstattung über den Kampf von Aleppo. Unsere Medien berichteten praktisch einstimmig von einem Massenmord durch Putin und Assad. Keiner dieser „Korrespondenten“ war zu dieser Zeit in der Stadt.

Assad und das Giftgas zum Beispiel.

Erinnern Sie sich noch?

Der amerikanische Star- Journalist und Pulitzerpreisträger Seymour Hersh berichtete erst kürzlich in einem Interview auf Alternet.org, dass die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, seinerzeit Außenministerin unter Obama, über alle Details einer mörderischen Geheimdienstoperation informiert gewesen sei, welche vor knapp drei Jahren für den Tod von über 1000 syrischen Zivilisten sorgte. Das Giftgas Sarin aus den Beständen der geschlagenen libyschen Armee sei mit aktiver Hilfe der CIA nach Syrien geschafft worden und der Terrororganisation Al-Nusra übergeben und von den Terroristen dann auch eingesetzt worden. Das ganze wurde dann Assad in die Schuhe geschoben. Obama sollte direkt in Syrien militärisch eingreifen, was dieser jedoch nicht tat. Eine typische False Flag Aktion.

Am letzten Donnerstag saßen sie mal wieder zusammen bei bei Maybritt Illner und diskutierten Trump. Plötzlich kam Syrien vor. Ein gewisser Norbert Röttgen von der CDU äußerte, Assad habe Giftgas eingesetzt. Auf Vorhalt eines anderen Teilnehmers, dieses sei keinesfalls erwiesen, antwortete Röttgen lapidar und unwidersprochen er, Röntgen sei allerdings davon überzeugt.Wummm! Da ist sie wieder, die Behauptung, keinesfalls erwiesen, aber ständig wiederholt und nicht ernsthaft widersprochen. Man bedenke, Obama im Jahre 2013 war keinesfalls überzeugt vom Giftgaseinsatz durch Assad, dort hätte er gehandelt.

Ich kann mich nicht erinnern, ob es hierzulande jeweils Demonstrationen gegen die Zustände in US Gefängnissen oder aber die dort immer noch praktizierte Todesstrafe gegeben hat. Wenn, dann war dieses nicht sichtbar. Gegen den „Schlächter Assad“ und seinen geglaubten Mittäter Putin demonstrierten allerdings vor kurzem noch einige 100 Intellektuelle in Berlin.

Nun sitzt plötzlich im Weißen Haus ein Präsident, welcher in ungelenker Sprache sich artikuliert, wenig lächelt und ohne verbale Schönfärberei die Dinge durchsetzt, welche er sich vorgenommen hat. Er regiert per Dekret, das ist nicht neu, seine Vorgänger Bush und Obama habe es ebenso gemacht. Er äußert sich gegen Terrorismus und tut etwas dagegen – ob es tatsächlich hilft, weiß niemand genau –, er steht persönlich der Wirtschaft näher als der Bevölkerung, bei seinen Vorgängern war es nicht anders.

Inhaltlich neu ist allerdings, dass Donald Trump mit protektionistischen Maßnahmen agieren will. Das ist nicht gut für den Rest der Welt, besonders nicht für die Bundesrepublik Deutschland.

Und nun gehen sie plötzlich auf die Straße, Menschen, massenweise, angeführt, verführt durch eine mediale Kampagne hüben wie drüben. Aber sie gehen nicht auf die Straße gegen oder für das, was er macht, sondern überwiegend demonstrieren sie gegen den Ton, sie stören sich an der Art und Weise, wie er sagt, was er macht oder machen will.

Plötzlich wird Kapitalismus sichtbar, ungeschminkt. Donald Trump verzichtet auf rhetorische Maskenbildnerrei. Wo waren die Demonstranten in den Jahren oder Jahrzehnten vorher? Trump, Trump, Trump der Bösewicht. Ganz nebenbei wird allerdings lustig weiter aufgerüstet hier in Europa und der Bundestag beschließt einen Kriegseinsatz im Ausland nach dem anderen. Sorry, so heißt das schon lange nicht mehr. Friedensmission, humanitäre Intervention, Responsibility to protect. So verliert das Töten seinen Schrecken zumindest für die, welche aktuell nicht getötet werden.

Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen
Herzlichst
ihre Jaqueline Hartmann

2017-02-04T04:52:21+00:00 3. Februar 2017|