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„Warum es ab heute härter wird, ein Haus zu kaufen,“

so die Überschrift eines Beitrages in der Welt vom 21.3.2016. „Trotz niedriger Zinsen wird es immer schwerer, Baugeld zu bekommen. Vielen Banken sind die hohen Immobilienpreise nicht geheuer.“ Erst seit einigen Tagen ist die so genannte EU-Immobilienkreditrichtlinie in Kraft getreten. Sie verlangt von den Kreditinstituten eine strengere Bewertung bei der Betrachtung des Gesamtpreises einer zu erwerbenden Immobilie in Verbindung mit dem vom Käufer beizubringenden Eigenkapitalanteil. „Viele Käufer sind offenbar bereit, jeden Preis zu zahlen, auch wenn gar nicht sicher ist, ob sie das Geld innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne durch Mieten wieder einspielen können.in Westdeutschland stiegen die Kaufpreise 2015 um 7,5 %, die Mieten jedoch nur um 3,7 %,“ schreibt die Welt weiter. Besonders eklatant ist der Preisanstieg in den Städten und besonders in den Großstädten. Die Bundesbank sieht Übertreibungen 100 Städten, die Ratingagentur Moody‘s sieht beträchtliche Risiken. Durch die gewaltige Blase an Geldmengen im Markt, können viele Immobilienkäufer häufig auf die Inanspruchnahme eines Kreditinstituts verzichten.Daher ist ein Ende der Preisspirale insbesondere in den Städten Berlin, Hamburg oder aber München lange noch nicht abzusehen. In Berlin beispielsweise wird immer noch einen Luxusimmobilie nach der anderen erbaut, auf der anderen Seite fehlt es für Normalverdiener an bezahlbarem Wohnraum und Tausende von Flüchtlingen leben immer noch in Notunterkünften. Am Beispiel Berlin kann man beispielhaft leichtes betrachten, wie die Kluft zwischen Arm und Reich nach und nach, Schritt für Schritt, langsam aber stetig, die Gesamtstruktur dieser Stadt verändert. Trotz anhaltender Beteuerung durch Politik und Wirtschaft dem entgegen zu steuern, kommt man nur in kleinen Ansätzen weiter, neuen, preiswerten Wohnraum zu schaffen. Macht man auf diese Weise im Schneckentempo weiter, besteht die Gefahr, dass auch eine immer noch attraktive Stadt wie Berlin irgendwann „kippt“.

Dann gibt es abgeschirmte , streng bewachte Viertel für die Wohlhabenden, der Rest der Bevölkerung lebt in heruntergekommenen Stadtvierteln. Es entstehen so genannte No- Go- Areas, Gangs und Clans, egal welcher Herkunft, führen dort das Regiment. Eine derartige Stadt verliert regelmäßig ihren ureigenen Charme. Noch ist es in Berlin lange noch nicht so weit, aber wer den Polizeibericht aufmerksam liest, kann bereits jetzt gewisse Tendenzen in die oben genannte Richtung erkennen. Die Zeit scheint den Beteiligten davon zu laufen, neue Studien beispielsweise des Pestel-Instituts fordern mittlerweile direkte Fördermittel für den Abriss von Wohnraum und den dann später zu erfolgenden Neubau. Forderungen und Gerede fast von allen Seiten, dabei besteht radikaler und unmittelbarer Handlungsbedarf, wenn sie Zeit und Muße haben, schauen Sie sich mal eine Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses an und hören Sie die Erklärungen der Regierungskoalition, dann fällt ihnen fast nichts mehr ein.

Sie wissen bereits, dass ich sowohl in Berlin, als auch im Osten Deutschlands unternehmerisch tätig bin. Ein kurzer Blick nach „drüben“ sei mir erlaubt. „Abwanderung aus Ostdeutschland gestoppt,“ war in einer Pressemifeilung der Bundesregierung vom 26.1.2016 zu lesen. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung und parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke hatte zusammen mit dem Direktor des Berliner Instituts für Bevölkerung -und Entwicklung, Dr. Rainer Klingholz die Ergebnisse der Studie „Im Osten auf Wanderschaft – wie Umzüge die demographische Landkarte zwischen Rügen und Erzgebirge verändern“ vorgestellt. Aus dieser Untersuchung geht hervor , dass nach der massiven Abwanderung von Ost nach West in den neunziger Jahren im Jahr 2012 erstmals mehr Menschen in den Osten gezogen als abgewandert sind. In der Gesamtheit betrachtet gibt es also neuerdings ein leichtes Bevölkerungswachstum in den neuen Bundesländern. Auf den ersten Blick ein gutes Zeichen.

Leider ist jedoch die Verteilung noch sehr ungleichgewichtig, verschieden von Bundesland zu Bundesland. Die meisten Rückkehrer oder auch Neubürger, die es in den Osten zieht, bevorzugen momentan auch dort den Zuzug in die attraktiven Städte, hier seien als Beispiel Erfurt bzw. Weimar genannt. Auch verändert sich nicht die Altersstruktur, ein Ende der Überalterung wie auch sonst in der gesamten BRD ist momentan nicht erkennbar. Und ebenso wie auch sonst in der BRD werden ländliche Regionen bewusst gemieden.

In der oben angesprochenen Pressemitteilung fordern Gleike und Klingholz eine gezielte Förderung der strukturschwachen Regionen Ost und West. Wie Pressemitteilung erwähnt die Notwendigkeit pfiffiger Lösungen zur Daseinsvorsorge, mobile Medizindienste und kombinierte Nahverkehrsangebote sowie Projekte zur Förderung des Kulturtourismus im ländlichen Raum.

Zum Thema Tourismus als Wertschöpfungsfaktor der Zukunft habe ich mich erst kürzlich in dieser Rubrik ausführlich geäußert. Aber es geht auch immer ums jetzt und heute. Momentan hat der Osten ein massives Problem unbesetzter Stellen im Bereich des Handwerks, sowie der vielen kleineren und mittleren Betriebe welche zurzeit in der Herstellung so genannter Nischenprodukte ein gutes Auskommen haben. Tausende von Lehrstellen sind unbesetzt. Mehrfach wurde von mir erwähnt, wie rührig viele kleinere Gemeinden durch kreative Gestaltung und Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur für ein hohes Maß an Lebensqualität vor Ort sorgen. Das Flüchtlingsproblem, welches von Aktivisten wie Pegida und ähnlichen Organisationen immer herausgestellt wird, ist faktisch im Osten nicht vorhanden. Die Furcht mancher Menschen, ganz Sachsen oder Thüringen würde ein riesiges „Berlin Neukölln“ mit einer Dönerbude neben der nächsten und einem Muezzin, welcher von der Frauenkirche zum Gebet ruft ist absurd. Viel problematischer dürfte tendenziell die gesamte wirtschaftliche Lage der BRD mit einem bislang funktionierenden Sozialstaat werden. Dafür sind allerdings nicht die Flüchtlinge verantwortlich, sondern eine extrem ungleiche Vermögens-und Einkommensverteilung und das war auch schon vor der im letzten Jahr gehäuften Zuwanderung der Fall. Natürlich wird der eine oder andere Migrant sich tendenziell auch in den neuen Bundesländern niederlassen, aber die wirklichen Probleme mit den Migranten, die nicht zur leugnenden Probleme mit den kulturellen Verschiedenheiten, die finden Sie ganz woanders. Schauen Sie sich mal die Situation im Ruhrgebiet an, wenn Sie keine Lust haben nach Berlin zu fahren.

Der einzelne Migrant, ob alleine oder mit seiner Familie und der nicht zurück möchte in sein zerstörtes Land, der findet einen Osten am ehesten eine Möglichkeit zur arbeiten und in kleinteiligen Regionen ist ein gedeihliches Zusammenleben am ehesten erlernbar. Ich bin davon überzeugt, dass der Osten der Republik am ehesten in der Lage sein wird, seinen landsmannschaftlichen Gegebenheiten weit gehend erhalten zu können.

Das wichtigste zum Schluss:
Das heutige Wort zum Freitag habe ich begonnen mit der Schilderung der Problematik des fehlenden Wohnraums.

Noch – und ich sage bewusst noch – kann im Osten davon kaum die Rede sein. Der Rückbau maroder Billigbauten ist längst abgeschlossen, aber es sind immer noch genug erhaltenswerter Gebäude vorhanden, manche bereits aufwändig saniert, bei anderen muss sicherlich noch das ein oder andere getan werden. Noch sind die Kosten für die Mieten in den meisten Regionen in Ostdeutschland äußerst moderat und gerade jetzt kann es sich lohnen zur Eigennutzung oder Kapitalanlage ein Objekt zu einem noch erträglichen Preis zu erwerben.

Meine Empfehlung lautet: Wenn sie noch nie in Thüringen oder Sachsen waren, fahren Sie doch einfach mal hin, wenn Ihre Zeit knapp ist, lassen sie bewusst die üblichen Highlights, sei es nun Leipzig, Dresden Weimar oder Erfurt aus, verlassen Sie die Autobahn und fahren Sie einfach mal ein wenig herum. Wo sie ihn besonders gut gefällt, steigen Sie einfach aus, sprechen Sie mit den Leuten dort und genießen die Landschaft und die Gastfreundschaft. Vielleicht finde auch den Weg hoch zu einer der vielen Burgen im Vogtland, wer weiß.

Und sollten Sie dann tatsächlich Interesse gefunden haben, um irgendwo dort zu leben oder zu arbeiten oder beides zusammen, oder sie interessieren sich für eine entsprechende Immobilie, rufen Sie mich einfach an oder schicken Sie eine Mail. Ich stehe Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen
Herzlichst

Ihre Jacqueline Hartmann

2016-11-17T22:56:48+00:00 8. April 2016|